Wir waren auch schon in der Zeitung


Abschrift der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 29.07.2000

Vater und Sohn Schmidt:
Sammelleidenschaft und ein kleines Familienmuseum.
Margit Hahn
Dobbrikow.

Als zwei Bettkästen und alle Koffer im Hause mit Kugelschreibern vollgestopft waren, entschied Roman Schmidt, dass etwas geschehen muss. Da sein Vater seit ein paar Jahren Zollstöcke sammelt, stand fest, dass sie gemeinsam ein kleines Museum errichten werden.
In Dobbrikow bei den Eltern ist genügend Platz, und so wurde der alte Pferdestall zum Museum umfunktioniert. Der Raum wurde gefliest und alles getäfelt, doch die richtige Arbeit begann erst, als es hieß, die über 5000 Kugelschreiber, die der Luckenwalder Roman Schmidt seit etwa drei Jahren sammelt, und die 622 Zollstöcke von Vater Manfred feinsäuberlich und getrennt voneinander zu sortieren. "Ich habe gedacht, mein Sohn hilft mir bei den Zollstöcken, aber er hatte mit seinen Kugelschreibern genug zu tun", sagt der Hobbyimker, Blumenfreund, Feuerwehrmann und leidenschaftlicher Sammler. Zu DDR-Zeiten sammelte er Biergläser und Krüge. Als es dann nach der Wende Gläser in jeglicher Form gab, reizte es ihn nicht mehr. Durch seine Tätigkeit im Baugeschäft bekam er hin und wieder einen Zollstock geschenkt und so entdeckte er sein neues Hobby. Inzwischen hat er sogar eine eigene Zollstock-Kollektion für seine Hobbyimkerei anfertigen lassen. Seine schönsten Stücke sind ein "Winzlingszollstock", der nur fünf Zentimeter lang ist sowie ein "Langer", der drei Meter misst. Auch ein Zollstock aus der Türkei gehört zu seiner Sammlung. Dass Roman Schmidt inzwischen schon über 5000 Kugelschreiber hat, verdankt er in gewisser Weise seinem Vater, der mit dem Wehrführer Dieter Pieper aus Bad Salzufeln befreundet ist, denn dort gibt es eine Kugelschreiberfabrik. Inzwischen besorgen die gesamte Verwandschaft und Freunde Kulis für den Leiter des Heimatmuseums. "Fürs Museum versuche ich wertvolle Sachen und Antiquitäten aufzuspüren und privat interessieren mich Kugelschreiber, vor allem die mit Werbung", sagt der 37-Jährige. Zu den Raritäten gehören beispielsweise eine Banane als Kuli, wovon es insgesamt nur 500 Stück in Deutschland gibt sowie ein Fieberthermometer, eine Spritze, Bolzenschreiber oder Flugzeug. Sein Lieblingsschreiber ist der vom Harly-Davidson-Club, weil er selbst eine Harly fährt. Übrigens: Wer einen Blick ins Museum werfen will, muss auch als Eintritt entweder 5 Kugelschreiber oder einen Zollstock mitbringen.



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